Kromitreff Hooksiel 2015

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Wo befindet sich der wirkliche Schatz?

In der Schatztruhe oder in dem Buch?

Schatztruhe mit BuchDer Inhalt der Schatztruhe?
Gold, Silber, Schmuck … Wer weiß das schon?

Der Inhalt des Buches:
MÜNSTER IM SIEBENJÄHRIGEN KRIEGE
von Dr. Aegidius Huppertz

Herr Dr. Aegidius Huppertz hat im Jahre 1908 seine Doktorarbeit abgeliefert, die heutzutage vermutlich ihresgleichen sucht. Er hat Archive, alte Zeitungen und Berichte durchforstet und alles zusammengetragen, was mit Münster und dem Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) zu tun hat. Das komplexe Werk hat ungefähr DIN A4-Format, umfasst ca. 500 Seiten und enthält interessante Abbildungen.

Dank seiner Arbeit kann man auch heute noch ermessen, wie es sich damals gelebt haben muss. Zeitungsartikel, Briefe und andere historische Schriftstücke lassen für uns die damalige Zeit wieder lebendig werden. Alles ist so real, dass selbst das tatsächliche Wetter von früher miterlebt werden kann. Einem Jahrtausend-Sommer extremer Hitze folgte im nächsten Jahr ein Jahrtausend-Sommer mit extremer Nässe. Die Leute hatten wahrlich kein leichtes Leben damals.

Münster hat jedoch nie eine Schlacht erlebt. Die Stadt musste stattdessen lange Überwinterungen Tausender Soldaten über sich ergehen lassen. Mal waren es die Franzosen, mal die Hannoveraner mit ihren Verbündeten, die sich allesamt von den Münsteranern verpflegen und verköstigen ließen. Für diese Fouragelieferungen, wie man es damals nannte, zahlte man den Bürgern natürlich nichts. Jedes Haus hatte ca. 12 Soldaten Quartier zu gewähren und zu verpflegen. Die Hannoveraner verhielten sich weitaus brutaler und aggressiver als die Franzosen. Die Bevölkerung war den Franzosen daher eher zugetan, auch weil sie ihnen zumindest im Glauben nahe standen. Das alles berichtet die Doktorarbeit des Dr. Huppertz.

Die wochenlange Bombardierung von Münster, die ohne Pause Tag und Nacht andauerte, läutete zumindest für Münster das Kriegsende ein. Das Martiniviertel fiel komplett den Flammen zum Opfer. Das war die Schlacht, die Münster zu erleiden hatte. Die Doktorarbeit von Herrn Dr. Huppertz macht diese Zeit wieder lebendig.

Doch das war beileibe nicht alles, was die Münsteraner über sich ergehen lassen mussten. Der Adel lief zu dieser Zeit gerade zu seiner letzten Hochblütezeit auf. Das Buch stellt nicht ganz klar, ob es während der Kriegsjahre und der ärmlichen Zeit danach eventuell doch ein oder zwei Tage gab, an denen der Adel nicht gefeiert hat. Ansonsten steht fest: Der Adel feierte Feste ohne Ende; er feierte, feierte, feierte, …

Das Buch ist eine wahre Fundgrube an Tatsachenbeschreibungen. Der Erbdrostenhof war war damals gerade neu erbaut worden, das Gold glänzte noch so herrlich… Jetzt weiß ich auch endlich, weshalb es eines solchen Prunksaales in seinem Innern bedurfte. Der Erbdrostenhof diente den Adligen als Übernachtungsquatier und war eines der Zentren, was ihre täglichen Feiern anging. Die Wachen vor den Toren ließen den Adel unter sich bleiben – der Krieg war für sie nicht mehr als ein interessantes Gesprächsthema.

„Adel verpflichtet“, sagte man damals. Mir ist jetzt klar geworden, wo der Spruch seine Wurzeln hat und was er bedeutet. Es soll Leute geben, die glauben, dass sich der Adel grundlegend geändert hat … ach nein, das steht nicht in dem Buch.

Wen wundert es, dass es überall und besonders in Münster zum Widerstand kam. Geheime Gärung nannte diese Gruppe sich selbst. Sie setzte sich aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten zusammen, was an sich schon bemerkenswert ist. Mich hat besonders erstaunt, dass es der Gruppe primär darum ging, Zeichen gegen die Selbstherrlichkeit und den Machtmissbrauch des Adels zu setzen. Als würde der Krieg und die damit einhergehende schlechte Zeit nicht Grund genug für einen Widerstand liefern. Das erklärt natürlich umso mehr, dass die Adelsschicht nicht der geheimen Gärung angehörte. Die Widerstandsbewegung verstand es, den Adelsleuten Angst zu machen. So ließ die Obrigkeit beispielsweise sämtliche Häuser in Münster nach Waffen durchsuchen.

Münster wies damals eine Besonderheit auf. Der Kurfürst von Cöln, Fürstbischof von Münster (damals Herzog Clemens August von Bayern), unterhielt ein eigenes Militär. Diese Miliz war jedoch in Münster stationiert. Münster hatte die Verpflichtung, dieses Militär auf der Stärke von 2.000 Mann zu halten.

Dem Münsterischen Militär jedoch war das Kriegsgeschehen seit Jahren unbekannt. Militärischer Kasernenhofdrill und Langeweile prägten den Alltag dieser Soldaten. Trotz seiner numerischen Stärke war somit das Münsterische Militär nurmehr die äußere Staffage fürstlicher Macht geworden. Die Adeligen bedienten sich des Militärs als persönliche Polizei nach Belieben. Die Leistungen des Militärs erschöpften sich darüber hinaus tatsächlich darin, in der Residenzstadt Münster und dem näheren Umfeld als getreue, achtsame Polizeitruppe an Türmen, Gefängnissen und Stadttoren auf Wache zu ziehen.

Was das Verhältnis der Miliz zur Bürgerschaft angeht, so kann wohl nicht behauptet werden, dass die Soldaten bei den Münsteranern sehr beliebt gewesen sind. Das Offizierskorps, das zur größeren Hälfte dem Adel angehörte, stand den Bürgerkreisen durchaus fern. Die Soldaten wurden durch Sold angeworben und bestanden in großer Anzahl aus Ausländern, dazu in vielen Fällen mit Frau und Kind. Sie sahen in dem Militärdienst lediglich ihren Broterwerb, dem sie bei seiner Unzulänglichkeit durch kleine Fouragierungen in den Gärten der Bürger und Bauern aus eigener Machtvollkommenheit nachzuhelfen pflegten – wie man es bei Dr. Huppertz nachlesen kann. So kam es, dass diese wenig disziplinierte Miliz in ihrer bunten Zusammenwürfelung geradezu als gemeingefährliches Diebesgesindel galt.

Ach, das Buch liefert so viele Begebenheiten. Am Leben der Münsteraner Bürger im Siebenjährigen Krieg so detailreich und mit so vielen tatsächlichen Vorkommnissen teilhaben zu können, das ist der Schatz, den das Buch für uns Nachkommen bereithält. Mich hat das Leben und Wirken der geheimen Gärung dazu inspiriert, einen Roman darüber zu schreiben. Ihr Mut sollte nicht in Vergessenheit geraten.

Schnell war mir klar, dass meine Geschichte mit der Bombardierung von Münster enden musste. Ich wollte meinem Roman jedoch eine verloren gegangene Botschaft beifügen. Nämlich die Botschaft, die uns Dr. Aegidius Huppertz in seiner Arbeit hinterlassen hat. Seine Arbeit hatte den Siebenjährigen Krieg in Münster als primäres Thema aber auch, wie es sich damals in Münster lebte. Zeitgleich mit dem Krieg ging die letzte Blütezeit des Adels einher, besser gesagt seine letzte Hochblütezeit. Wie der Adel die normalen Menschen behandelte, für wie selbstverständlich sich die Adeligen als Übermenschen sahen, all das kann man der Doktorarbeit ebenfalls entnehmen.

In meinem Roman habe ich deshalb einen Bogen von heute zum Siebenjähriegen Krieg gespannt. Der Bogen wird mit Hilfe von Zeitreisen realisiert. Ich hoffe, es ist ein interessanter Roman geworden. Auf jeden Fall enthält er so viele tatsächliche Begebenheiten, dass selbst das damalige Wetter der Realität entspricht. Ich gebe es allerdings zu, die in dem Buch erwähnten Zeitreisen sind nicht verbrieft. Aber wer weiß das schon …

Ich habe die Schatztruhe liegen gelassen und die Doktorarbeit des Dr. Aegidius Huppertz gewählt. Sie ist ein weitaus größerer Schatz, zumindest für mich als Autor.

Cover: Come on, Zeitreisender

Mit meinem Roman – Come on, Zeitreisender – lasse ich Sie daran teilhaben.

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Come on, Zeitreisender

Mein Zeitreisenroman ist veröffentlicht!

DER Zeitreisen-Roman!
Link zur Veröffentlichung
Leseprobe
Hintergrundinformationen
Ein Roman in historischer Kulisse, bei dem das Thema Zeitreisen äußerst passend und wie nebenbei in die Handlung eingewebt wurde.
So nah haben Sie Zeitreisen noch nie an sich heran gelassen!
Mit vielen belegten Fakten

Cover: Come on, Zeitreisender

ISBN: 978-3-00-050608-6, 446 Seiten


Die üblen Machenschaften einer Münsteraner Adelsfamilie führen zum Tod der Freundin eines Studenten. Als dieser sich rächen will, gerät er selbst in Gefahr und soll nun ebenfalls ermordet werden. Er wehrt sich und landet unversehens im Jahr 1757, inmitten des Siebenjährigen Krieges. Hier sieht er sich den Vorfahren der Adelsfamilie ausgeliefert. Mit Hilfe der geheimen Gärung, einer Münsteraner Widerstandsgruppe, nimmt er den Kampf auf.

Als die Anführerin der geheimen Gärung sich in ihn verliebt und ihn sterben sieht, muss sie sich entscheiden, ob sie seiner Geschichte über Zeitreisen Glauben schenken will. Überwindet sie sich, ihren ärgsten Widersacher am Leben zu lassen, um die Pläne ihres nun toten Freundes zu verwirklichen? Als sie ihren Liebsten zum zweiten Mal sterben sieht, folgt sie ihm in die Zeit. Doch sie landen in den schlimmsten Wirren des Krieges, der Bombardierung von Münster.

Zeitreisen mit den typischen Begleitumständen wie doppelte Anwesenheit und Veränderungen der Ereignisse fordern Sie ebenso heraus wie die Konfrontation mit der elitären Überheblichkeit der Adeligen in ihrer letzten Blütezeit.

Dieser historische Roman spiegelt die damalige Zeit in Münster mit vielen belegten Fakten wider. Fühlen Sie mit, wie es sich in einer solchen Zeit gelebt hat.


Die in dem Roman wiedergegebenen geschichtlichen Ereignisse im Rahmen des Siebenjährigen Krieges rund um Münster machen das Buch zu einem historischen Münster-Roman. Die durchaus gleichwertige Intention für den Roman war die Darstellung des Themas Zeitreisen, das der Autor jedoch nicht fiktiv, sondern auf Basis tatsächlicher Begebenheiten gründen wollte.

Das Buch kann und soll am Thema Zeitreisen interessierte Leser fesseln und zum Nachdenken inspirieren. Es ermöglicht den Lesern einen historischen Einblick in die damaligen Gegebenheiten des Siebenjährigen Krieges rund um Münster sowie in die selbstherrliche und machtmissbrauchende Lebensart der früheren Adeligen.

Natürlich ist es auch ein Liebesroman. Hohe Hürden, bei der die Frau den Partner zweimal sterben sieht, machen neugierig auf das Ende einer Liebesgeschichte.

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Die dunkle Seite des Himmels

Mein neuer Roman ist veröffentlicht!

Cover: Die dunkle Seite des HimmelsFür alle Tierfreunde dieser Welt.
Link zur Veröffentlichung
Leseprobe
Hintergrundinformationen
ISBN: 978-3-00-050141-8, 245 Seiten

Alles beginnt an einem zunächst gewöhnlichen Sommertag, als mein Hund Geronimo mir das Leben rettet. Dafür will ich ihm einen schönen Tag bereiten. Aber es ist der Tag, an dem er einen schrecklichen Unfall erleidet, der Tag, an dem ich ihn einschläfern lassen muss. Von da an höre ich ihn jammern und winseln, bis ich es nicht mehr ertragen kann und ihm folge. Es ist mein sehnlichster Wunsch, für immer bei ihm zu sein.

Als ich endlich bei ihm bin, wird jedoch wahr, wovon eine Legende berichtet. Geronimo und die ganze Tierwelt bauen nun auf mich. Nichts ist, wie ich es mir vorgestellt habe, stattdessen muss ich mich einer gewaltigen Herausforderung stellen. Erst spät wird mir klar, dass man von mir nicht weniger als den Kampf gegen die größte Lüge der Menschheit erwartet. Nie wieder wollte ich von Geronimo getrennt sein. Doch Legenden kann man nicht überlisten, sie warten einfach, bis du stirbst – und dann werden sie wahr.

Ich bin Sarina. Das Abenteuer wartet bereits auf mich. Ich muss nur noch sterben.

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Schneller als die Zeit

Schneller als die Zeit

Jetzt in der zweiten Auflage! Link zur Veröffentlichung
Leseprobe
Hintergrundinformationen
Eine kleine Recherche zu meinem Zeitreisenroman hat zu diesem Buch geführt.

Zeitreisenbuch: Schneller als die ZeitEinfach mal einen Blick wagen und sehen, was sein könnte, wenn Zeitreisen möglich wären. Seien Sie ganz nah dabei und staunen Sie mit.
Vergessen Sie alles, was Filme Ihnen weismachen wollen. Nie zuvor haben Sie so intensiv über Zeitreisen nachgedacht.
Nie hätten Sie gedacht, dass …

DAS Zeitreisenbuch!


Es gibt wohl niemanden, der nicht schon einmal mit dem Themenbereich Zeitreisen in Berührung gekommen ist. Es ist keine Frage, jeder weiß, dass es sich bei dieser Fragestellung um reine Fiktion handelt und lediglich theoretische Gedankengänge der Art: Was wäre, wenn … beleuchtet werden können. Als Ausgangsbasis für alle Betrachtungen sollen:

Zeitreisen als realisierbar angenommen werden!

Darauf aufbauend wird Schritt für Schritt das Thema Zeitreisen logisch analysiert. Konkret gemeint sind damit kausale Konsequenzen und Abläufe von Zeitreisen. Erwarten Sie bitte keinen Roman. Sie erhalten anspruchsvolle logische Kost, die dem Gebiet der Philosophie zuzuordnen ist.Erleben Sie spannende Zeitreisen mit überraschenden Veränderungen Ihrer Zukunft oder Vergangenheit. Können Sie beispielsweise aus der Zukunft die Lottozahlen der nächsten sechs Wochen erhalten? Was erwartet Sie in der Zukunft? Können Sie sich dort selbst besuchen? Kann man überhaupt in die Zukunft reisen, wenn diese doch noch gar nicht existiert? Gibt es die Gegenwart in mehreren relativen Formen, oder existiert nur die eine absolute, also unsere Gegenwart?

Es wird eine Reise ohne festes Ziel sein. Es geht nicht darum, die Möglichkeit oder Unmöglichkeit von Zeitreisen aufzuzeigen. Das Ende ist vollkommen offen. Der Weg soll das Ziel sein. Der gesunde Menschenverstand bildet die Leitlinie. Es ist schon überraschend, welche Ergebnisse das Thema Zeitreisen offenbart, wenn man es rein logisch betrachtet. Erfahren Sie hier etwas über die denkbaren Folgen von Zeitreisen und nutzen Sie die Gelegenheit, Ihren Geist zu trainieren.

Unternehmen Sie doch einfach einmal eine gedankliche Zeitreise!

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Wanderung Schortens 17.Mai 2015-Videos

Zentrum für Hundeausbildung (Friedeburg)

Mit dem Zentrum für Hundeausbildung (Friedeburg) fand eine wunderschöne Wanderung statt. Ein paar kleine Videos sollen daran erinnern.

Kleine Videos

Start der Wanderung!


Erst mal orientieren!


Jäger und Gejagter!


Alles nette Leute hier!


Bloß nicht zu lange und zu weit von Herrchen entfernt sein!


Hier ist was los!


Wer hat hier eigentlich was zu sagen?


Meine Freundin Sky!


Es gibt ganz schön große Hunde!


Nee! Ins Wasser gehe ich nicht!


Was machen die da hinten?

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Carlson im Café

Vor dem Cafébesuch

Wer von euch glaubt, man geht einfach ins Café, der liegt völlig falsch! So ein Cafébesuch, der dauert eine Weile. Und irgendwann merkt man es:
Im Café gibt es keine Hundetoiletten!
Deshalb muss man etwas Vorsorge betreiben und vor dem Cafébesuch ein wenig spazieren gehen. Es gibt also auch etwas, das Herrchen und Frauchen lernen müssen.

Im Café

Im Café muss ich etwas lernen. Herrchen und Frauchen nehmen immer eine Matte für mich mit. Dort soll ich mich brav, still und leise platzieren, bis die beiden keine Lust mehr haben nach Hause wollen. Aber manchmal habe ich keine Lust, auf der Matte zu liegen.

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Produktionsprozess Roman: Die Perspektive

Zahnräder des GeistesDa hat jemand eine Geschichte im Kopf und tippt fleißig drauf los. Fertig ist der Roman!

Ist das so? Was kein Leser weiß und wohl auch gar nicht wissen will: Wie entsteht ein Roman?

Legt man einfach los? Vor der ersten Zeile, vor dem ersten Wort, ist da nichts? Gehen wir dem nach. Gedanken für die Geschichte schwirren herum, kommen und gehen. Doch sie müssen sich zu einem Ganzen fügen, müssen schnurren wie ein Getriebe, Zahn in Zahn muss ineinander passen. Jede Szene will überlegt sein … HALT! Da ist noch etwas. Da ist noch so vieles, das entschieden werden muss. Zum Beispiel: Welche Variante wähle ich? Habe ich überhaupt die Wahl?

Variante 1 Variante 2
… Ein Jaulen, eher ein erbärmliches Wimmern, lässt mich erstarren, zerreist mir das Herz. Ich springe in den Graben, meine Finger krallen sich in die Grabenwand der anderen Seite. Ich versuche mich hoch zu hangeln. Vergeblich, ich rutsche ab und versinke bis zu den Knien im Graben. Ein erstickes Bellen, gefolgt von einem ängstlichen Winseln, lässt mein Herz galoppieren. Meine Hände greifen nach Grasbüscheln. Ich ziehe am Gras, stemme meine Füße in den Matsch und bekomme endlich einen Ast zu fassen, an dem ich mich hochziehen kann. Dann sehe ich Geronimo, in einem matschigen Wassertümpel, die Schnauze nach oben gerichtet. Sie ragt gerade noch aus dem Wasser – er versinkt im Matsch. … … Ein Jaulen, eher ein erbärmliches Wimmern, ließ sie erstarren, zerriss ihr das Herz. Sie sprang in den Graben, ihre Finger krallten sich in die Grabenwand der anderen Seite. Sie versuchte sich hoch zu hangeln. Vergeblich, sie rutschte ab und versank bis zu den Knien im Graben. Ein ersticktes Bellen, gefolgt von einem ängstlichen Winseln, ließ ihr Herz galoppieren. Ihre Hände griffen nach Grasbüscheln. Sie zog am Gras, stemmte ihre Füße in den Matsch und bekam endlich einen Ast zu fassen, an dem sie sich hochziehen konnte. Dann sah sie Geronimo, in einem matschigen Wassertümpel, die Schnauze nach oben gerichtet. Sie ragte gerade noch aus dem Wasser – er versank im Matsch. …

Welche Variante ist besser geeignet?

  • Variante 1: Die Ich-Variante im Präsens.
  • Variante 2: Die am häufigsten verwendete Er/Sie-Variante im Präteritum.

Gibt es Regeln? Fehlanzeige, keine Regeln! Vielleicht sollte man die Leser fragen, was ihnen besser gefällt? Möglicherweise gibt es ja schon diverse, allgemeine Leserbefragungen hierzu? Welche Vorteile bzw. Nachteile haben die beiden Varianten?

Die Ich-Variante liest sich in meinen Augen besser, spannender. Ich bin näher dran am Geschehen, mehr live dabei. Das Präteritum ist da viel weiter weg. Da erzählt jemand eine Geschichte, etwas bereits Passiertes und der Erzähler weiß natürlich, wie es weiter geht.

Also: Meine Geschichte soll den Leser mitreißen und spannend werden. Was gibt es da noch zu entscheiden? Die Ich-Variante bietet genau das.

Doch leider gibt es da doch Regeln. In diversen Schreibratgebern stehen sie, im Schriftstellerforum werden sie mahnend erwähnt. Die Perspektive!

Ja, ja, die Perspektive. Der Blickwinkel, das, was die Kamera im Film ist. Bei der Ich-Variante sehe und erlebe ich die Geschichte aus der Ich-Perspektive, nur mit den Augen des Ichs, nur im Kopf des Ichs. Nur! So lautet es in den Regeln. Die Ich-Variante erlaubt es mir also nicht, meine Ich-Figur schlafen zu lassen und dem Leser gleichzeitig davon zu berichten, was eine andere Person gerade erlebt. Ganz anders als bei Variante 2.

Das schränkt meine Möglichkeiten als Autor ein, gravierend sogar. Die Geschichte, die Ereignisse, alle Geschehnisse müssen sich im Kopf oder vor den Augen meiner Ich-Figur abspielen. Mein Ich im Roman bestimmt also die Handlung. Mein Ich muss stets dort sein, wo sich etwas abspielt. Eine Einschränkung, keine Frage. Aber dafür: Mein Ich ist im Geschehen, ist stets mittendrin, ist immer genau dort, wo die Musik spielt. Das macht es als Leser so interessant, Ich-Geschichten zu lesen. Nur leider: Als Autor muss ich die Geschichte so hinbiegen, dass meine Ich-Figur stets mittendrin ist, hautnah am roten Faden agiert, den Herzschlag im Gleichschritt mit Leben und Tod, mit Trauer und Schmerz, mit Freude und Liebe.

Doch es gibt ja noch die Freiheit des Autors, all das zu tun und zu lassen, was ihm gefällt. Als Autor darf ich schreiben, wie ich will, es kommt ja später keine Autorenpolizei, die mich zu Rechenschaft zieht. Also pfeif drauf, denke ich mir. Nur der Leser kann das und wird es tun. Es gibt also letztlich nur eine Regel, die ein Autor einhalten muss: Schreibe deine Geschichte so, dass es den Lesern gefällt.

Leider bedeutet das nicht, dass ich als Autor keine Entscheidungen zu treffen habe. Wähle ich also nun die Variante 1 oder 2?

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