Zeitreisen im Roman

Wie Zeitreisen ins Buch kommen!

ZeitreisenZeitreisen haben mich immer schon in ihren Bann gezogen. In meinem ersten Roman, meinem Debütwerk, sollte es deshalb unbedingt darum gehen. Natürlich hatte ich Filme darüber gesehen und noch mehr Bücher gelesen, die dieses Thema fokussieren. Doch man kann es drehen und wenden, wie man will, es bleibt Fiktion oder Fantasy, ganz wie man mag.
Doch das Thema Zeitreisen in meinem Roman nur oberflächlich abzuhandeln, eine Art Abklatsch von Zurück in die Zukunft, das wäre meinen Vorstellungen nicht gerecht geworden. Wenn schon Zeitreisen, dann in die Vergangenheit, zu etwas Realem. Etwas historisch Fundiertes sollte das Ambiente des Romans widerspiegeln. Die Zeitreisethematik mit all ihren Begleiterscheinungen wie doppelte Anwesenheit, Veränderungen der Ereignisse sollte zwar beherrschend sein, aber dennoch nur die zweite Geige spielen. Ob es mir gelungen ist, können die Leser demnächst beurteilen. Demnächst, wenn das Buch das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Coming soon, heißt es also. Das Setting habe ich in das westfälische Münster während des Siebenjähren Krieges (1756 – 1763) gelegt. Münster kenne ich gut, dort habe ich viele Jahre meines Lebens verbracht.

ZauberbuchWas jedoch viele nicht wissen können: So ein Roman schreibt sich nicht von alleine. Neben der historischen Authentizität, die mir sehr wichtig war, musste die Zeitreisethematik in die Geschehnisse eingewoben werden. Während der historische Teil mühsam verifiziert werden kann, sofern man die Kurrentschrift zu lesen vermag, ist das bei Zeitreisen schon ganz anders.

Klar kann man die Story auf seinem Halbwissen aufbauen, das man aus Filmen wie Zurück in die Zukunft oder Vergleichbares erworben hat. Möglicherweise würde es sogar eine tolle Geschichte werden, wer weiß schließlich schon, was bei Zeitreisen wirklich passiert. Doch wäre das in meinen Augen ebenso fahrlässig, wie sich die historischen Fakten nur ungefähr auszudenken. Die Gefahr, die Zeitreisethematik zu einem willkürlichen und unlogischen Konstrukt verkommen zu lassen, ist riesig. Der Autor hat hier eine Bringschuld gegenüber den Lesern, eine Verpflichtung, sich zumindest die größte Mühe zu geben, was die Begebenheiten in seiner Geschichte angeht. Falsche Fakten und unlogische Handlungen sind der Tod jeder Geschichte und das mögliche Ende der schriftstellerischen Zukunft eines Autors. Allenfalls marginale Feinheiten wird der Leser verzeihen wollen, er liest ja einen Roman und keine Doktorarbeit.

Cover: Zeit ist nicht ! Zeit passiert!Doch wie erwirbt man ein ausreichendes Wissen über Zeitreisen? Ausreichend, um das Thema in einem Buch verwenden zu können und um keine unlogischen Konstrukte zu kreieren. Ich habe mir da zuerst einmal die Frage nach der Zeit gestellt. Ganz simpel: Was ist Zeit? Die Antwort hat mich selbst überrascht. Ich habe das nüchterne Vorgehen und dessen Ergebnis hier festgehalten: Das Phänomen Zeit – logisch analysiert!

Ob man dieses Wissen für einen Roman benötigt? Wenn man das vorher immer wüsste. Doch leider weiß man ja erst einmal nie, was und wie viel man so alles nicht weiß. So ist es meistens mit der Recherche. Mitunter benötigt man nur einen kleinen Bruchteil dessen, was man zutage geschafft hat. Willkommen im Autorenalltag.

Und schließlich sollte es losgehen, die Frage zur Zeitreisethematik. Was passiert so alles bei oder auf Zeitreisen? Wie ist das, wenn man in die Vergangenheit reisen möchte, um sich einen Lottoschein mit den zum Gegenwartszeitpunkt bekannten Lottozahlen zu besorgen? Eine Menge Fragen schwirrten mir im Kopf herum. Ich bin letztlich ganz schlicht mit einem leeren Blatt bzw. einer weißen Monitorseite gestartet. Ohne zu wissen, wohin die Reise gehen wird. Nur eine grundsätzliche Recherche, eben ausreichend für meinen Roman, sollte es werden. Leider war es nicht so simpel. Zeitreisen verknoteten mir nämlich ganz enorm die Gehirnwindungen. Also musste ich mich Stück für Stück herantasten. Irgendwie habe ich mich letztlich daran festgebissen. Ich wollte es wissen, so genau wie möglich. Was passiert bei Zeitreisen? Was wäre, wenn Zeitreisen möglich wären? Das ist daraus geworden:

Zeitreisenbuch: Schneller als die ZeitJetzt in der 2. Auflage!

Link zur Veröffentlichung

Buchdaten: eBook, Farbe, ISBN: 978-3-00-050609-3, Preis: 3,99 EUR

Seitenzahl: 130, mit zahlreichen Grafiken, komplett in Farbe

Was ursprünglich nur als Recherche zu meinem ersten Roman gedacht war, mündete letztlich in einem eigenen Buch. Auch so kann es kommen. Doch gerade dieses Buch hat mich auf den Geschmack gebracht. Zu sehen, live zu erleben, was aus einer leeren Seite werden kann, wie das Vorhaben zu einem fertigen Buch wird, das hat mir Spaß gemacht.

Jetzt, die Zeitreisethematik brauchbar aufgearbeitet, konnte es endlich an meinen Roman gehen, mein Debütwerk (was den Roman betrifft). Doch auch hier griff schneller als gedacht die Erkenntnis, dass sich so ein Roman trotz Hintergrundwissen nicht einfach so schreibt. Figuren mussten her, ein roter Faden für die Geschichte gewoben werden, historische Personen, Fakten und Zeitreisen miteinander im Einklang gebracht werden … Das Plotten (das grobe Skizzieren der Handlung), etwas das der Leser nicht zu kennen braucht, aber etwas, was für eine Geschichte unverzichtbar ist. Der eine Autor plottet grob, der andere feiner, Szene für Szene und wieder andere plotten gar nicht. D.h. ganz und gar nicht plotten gibt es wohl nicht, vielmehr haben diese Autoren ihre Geschichte im Kopf und lassen sich von ihrer Inspiration leiten, bis sie ebenfalls erleben dürfen, wie sich Seite für Seite füllt. Bis sich zu einem Buch auswächst, was vorher ein leeres Blatt Papier war. Eine berauschende Erfahrung. Wahrscheinlich der Grund, die primäre Triebfeder schlechthin, immer wieder ein neues Buch anzufangen, auch wenn es sich nicht lohnt, was den monetären Aspekt betrifft.

Lieber Leser, vielleicht haben Sie jetzt ein kleines Gespür dafür bekommen, wie viel Arbeit ein Buch macht. Warum es sich nicht von alleine schreibt, nur weil man ein paar Gedanken im Kopf herumschwirren hat. Weshalb so viel Zeit ins Land geht, bis ein Autor sein Buch als fertig bezeichnen darf. Das mehrfache Überarbeiten zum Schluss noch gar nicht mitgerechnet.

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