Kapitel 15.5

15.5 Absolute Erkenntnisse

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Zeitmaschinen den Sprung auf die jeweilige absolute Gegenwart realisieren müssten, da wir sonst die Vergangenheit oder Zukunft nicht so erleben könnten, wie wir uns das sinnvoll vorstellen. Unter dieser Voraussetzung kann man also rein logisch sagen, dass Zeitreisen möglich sein könnten. Wie die Zeitmaschine solche Zeitreisen umsetzt und ob sie technisch überhaupt möglich sein können, ist hierbei vollkommen offen.

Es ergeben sich natürlich noch viele Fragen, die es wert sind, näher betrachtet zu werden:

Was könnte als Kriterium oder Beweis für die Existenz einer Zukunft herhalten? Macht es einen Unterschied,

  • einen Beweis für das Fortschreiten der uns bekannten Zeit, also das Voranschreiten des Gegenwartszeitpunktes in Richtung Zukunft zu finden oder
  • einen Beweis für die Existenz der Zukunft selbst zu finden, sofern wir ihn finden können?

Worin würden oder worin müssten sich die Beweise unterscheiden? Wären alle möglichen Beweise, egal ob sie für die Existenz der Vergangenheit oder der Zukunft herhalten sollen, letztlich nur Beweise für das Voranschreiten der Gegenwart?

Ein Spaziergang durch den Wald lässt uns stark vermuten, dass die Bäume auch in 10, 20 oder 100 Tagen wohl noch dort stehen werden. Bei einer Reise 20 Tage in die Zukunft sollten sich deshalb die Bäume dort eigentlich wiederfinden lassen. Also muss es als unwahrscheinlich angenommen werden, dass man bei einer Reise in die Zukunft nichts erwarten muss. Solche Überlegungen gelten grundsätzlich für alles Bestehende. Was jedoch ist mit den gegenwärtig noch nicht existierenden Sachen? Welches Auto fährt unser Nachbar bei einer Reise 20 Jahre in die Zukunft? Dieses Auto ist zum derzeitigen Gegenwartszeitpunkt definitiv nicht existent. Würden wir dieses Auto in der Zukunft sehen und anfassen können?

Denken Sie einmal darüber nach, ob es Beweise, Hinweise welcher Art auch immer geben könnte, die auf die Existenz der Zukunft schließen lassen. Hinweise jedoch, die über Beweise für das Voranschreiten des Gegenwartszeitpunktes hinausgehen.

Können wir mit diesem kleinen Blick über den Tellerrand bereits ein kleines Resümee ziehen? Können wir irgendetwas festhalten, was uns dem einleitenden Thema: Ob Zeitreisen möglich sein könnten, irgendwie näher bringt? Wir haben bis jetzt erarbeitet:

  • Sehr wahrscheinlich wirkt eine Annahme, dass unsere Zukunft in einer noch ferneren Zukunft bereits feststeht nicht. Dass unsere Geschehnisse etwas Vorbestimmtem oder bereits Feststehendem entsprechen, scheint also unlogisch zu sein.
  • Alleine die Tatsache, dass die Gegenwart nicht weiter voranschreiten könnte, wenn es die Zukunft nicht geben würde, kann als logischer Beweis für die Existenz der Zukunft herhalten.
  • Es klingt nicht logisch, sich als Zeitreisender mit der Existenz von relativen Gegenwarten abzufinden. Was diese relativen Gegenwarten bewirken und vor allem, was diese für eine Reise in die Zukunft bedeuten, bleibt offen und ist sicherlich ein großes Thema.
  • Es darf als unwahrscheinlich angenommen werden, dass man bei einer Reise in die Zukunft nichts erwarten muss.
  • Zeitreisen, bei denen man auf dem jeweiligen absoluten Gegenwartszeitpunkt landet, sind logisch durchaus denkbar. Der Gedanke, in die Zukunft reisen zu können, die Existenz einer entsprechenden Zeitmaschine vorausgesetzt, ist also nicht grundsätzlich unlogisch.

Ich denke, ich beende hier dieses Thema, da wir zu sehr ins Philosophische abschweifen. Es ist zwar ein wirklich interessantes Thema, aber eben nicht der eigentliche Schwerpunkt dieses Buches. Vielleicht setze ich mich eines Tages hin und schreibe ein weiteres Buch, das das philosophische Thema: „Ob Zeitreisen möglich wären (wenn man eine Zeitmaschine als existent voraussetzt)“ auf logischer Basis bearbeitet.

Eine Anmerkung zum Schluss:

Liebe Leser, Sie haben hier eine kleine Logikanalyse über Zeitreisen gelesen. Alles basierend auf der einzigen Annahme, dass Zeitreisen irgendwie realisierbar sind. Allerdings ging die angewendete Logik mit unserem täglich Erlebten konform. Nun hat uns allerdings Einsteins Relativitätstheorie die Erkenntnis gebracht, dass Raum und Zeit gekrümmt sind und als relativ zu begreifen sind. Dass die Zeit bei Weitem nicht so linear und konstant voranschreitet, wie es unserer alltäglichen Erfahrung entspricht, wissen wir also. Schnell bewegte Systeme erfordern die Berücksichtigung einer Zeitrelativität. Auch wenn uns die damit einhergehenden Erkenntnisse sagen, dass Zeitreisen für Menschen aufgrund von unvorstellbaren Geschwindigkeiten und Kräften zumindest nicht zu überleben sind, so könnte man doch rein logische Betrachtungen hierzu ins Kalkül ziehen, wie es in diesem Buch gemacht wurde.

Die Relativitätstheorie erlaubt immerhin die rein theoretische Möglichkeit, in schnell bewegten Systemen die Zeit langsamer voranschreiten zu lassen als beispielsweise auf der Erde. Damit würde Reisenden im schnell bewegten System ein anschließender Erdbesuch wie ein Sprung in die Zukunft vorkommen. Die Berücksichtigung einer nicht linearen, relativen Zeitgeschwindigkeit würde unsere Alltagslogik sicherlich etwas mehr fordern, aber die Ergebnisse dieses Buches nicht anders aussehen lassen. Es spielt ja für die logische Betrachtung keine Rolle, ob die Gegenwart mit uns bekannter linearer Zeit voranschreitet, oder ob sie relativ dazu schneller oder langsamer voranschreitet. Wir haben ja in diesem Buch versucht, die logischen Auswirkungen zu betrachten und diese ändern sich dadurch nicht. Für einen funktionierenden technisch physikalischen Ablauf einer Zeitreise wäre die Relativitätstheorie selbstverständlich und auf jeden Fall zu berücksichtigen.

 

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